Gidding V.: 2022 Delivered a Tectonic Shift in Perceptions of Agricultural Biotech
Conquest, war, famine, and death: Looking back on 2022 as the COVID-19 plague roars into its fourth year, the Four Horsemen of the Apocalypse have all been well exercised. But though there was much to be dismayed about, all was not gloomy, and there were indicators of an important sea change.
Übersetzung:
Val Giddings: Das Jahr 2022 führte zu einer tektonischen Verschiebung in der Wahrnehmung der
modernen Biotechnologie in der Landwirtschaft
Eroberung, Krieg, Hungersnot und Tod: Wenn wir auf das Jahr 2022 zurückblicken, in dem die COVID-19-Pandemie in ihr viertes Jahr geht, sind die vier Reiter der Apokalypse alle gut aufgestellt. Obwohl es doch viel zu beklagen gab, war nicht alles düster, und es gab Anzeichen für einen wichtigen Wandel.
Im vergangenen Jahr wurde nach jahrzehntelanger ungerechtfertigter Verzögerung der Goldene Reis auf den Philippinen angebaut, geerntet und gegessen. Eine Genehmigung für seinen Anbau wird nun in Indien beantragt. Die zynische Oppositionskampagne wurde endlich überwunden, und die Welt wird dadurch ein offener Ort für die moderne Biotechnologie und den Golden Reis werden. Doch dies ist nur ein Teil einer größeren Geschichte.
Während gentechnisch veränderte (gv-) Nutzpflanzen in den meisten Industrieländern (außer in Europa - dazu später mehr) zur neuen Normalität in der Landwirtschaft geworden sind, ist der afrikanische Kontinent auffallend zurückgeblieben. Wirtschaftlicher und politischer Druck aus Europa, verstärkt durch Desinformationen und Ängste, die von europäischen "grünen" Gruppen verbreitet wurden, haben jahrzehntelang zur Verzögerung notwendiger politischer und bürokratischer Akzeptanz beigetragen. Doch im Jahr 2022 erhoben Afrikaner ihre Stimme und forderten Zugang zu demselben Saatgut und denselben Technologien, die sich andernorts als so ertragreich und nützlich erwiesen haben. Zögerliche Regierungen begannen, sich zu bewegen.
Ghana hat seine erste Nutzpflanze, eine insektenresistente Kuhbohne, für den menschlichen Verzehr zugelassen. Ghana möchte nun mithilfe der modernen Biotechnologie den Einsatz von Pestiziden verringern und die Aquakultur verbessern. Nigeria hat inzwischen insgesamt 29 gv-Nutzpflanzen zugelassen, darunter Kartoffeln, Baumwolle, Mais, Sojabohnen und Weizen. Es hat sich damit den Hut als "Vorbild" für die afrikanische Landwirtschaft aufgesetzt, wobei es aber seine eigenen Interessen verfolgt und den europäischen Ansatz ablehnt. Selbst Sambia, das lange Zeit eine Hochburg der Ablehnung war, macht sich nun die Technologie zu eigen und weitet ihren Einsatz auf die Verbesserung der Viehzucht aus. Äthiopische Landwirte pflanzen illegal aus dem Sudan geschmuggelte Bt-Baumwolle an. Sie setzten damit die Tradition des zivilen Ungehorsams fort, wie es zuvor von Landwirten in Brasilien und Indien gemacht wurde. (Ähnliches erfolgte 1940 von deutschen Landwirten mit dem Anbau von Hybridmais! Anmerkung des Übersetzers) Es gibt zwar immer noch Widerstand, aber die afrikanische Sonne geht auf und das Licht von Anti-GVO-Kompagnien von europäischen Gentechnikgegnern verlischt zunehmend.
In der Zwischenzeit ist Lateinamerika auf dem besten Weg, ein unabhängiges Zentrum für Innovationen in der modernen landwirtschaftlichen Biotechnologie zu werden. Chile, seit Langem ein weltweit führendes Land für die Vermehrung von gv-Saatgut, setzt nun auf die Genomeditierung: Nutzpflanzen sollen dem Klimawandel besser trotzen können. Bolivien sieht die Vorteile der modernen Biotechnologie in der Pflanzenzüchtung und prüft, wie man ungerechtfertigte regulatorische Auflagen lockern kann. Kolumbianische Saatguterzeuger und Landwirte wehren sich gegen restriktive Vorschriften, während Argentinien, ein Vorreiter und großer Produzent, seine gesetzlichen Regulierungen aktualisiert und gestrafft hat. Mexiko macht angesichts düsterer Prognosen über die daraus resultierenden Schäden schnell einen Rückzieher von seiner erklärten Absicht, biotechnologisch verbesserten Mais und Glyphosat zu verbieten. Brasilien, das zur Weltspitze in der Nutzung von gv-Pflanzen gehört, geht zügig zum Einsatz trocken-resistenten Weizen, gv-Soja und anderen Pflanzen über.
In Asien geht nun China, das schon früh von gv-Baumwolle profitiert hat, vorsichtig dazu über, Gentechnik und Biotechnologie als Instrument zur Verbesserung der Selbstversorgung mit Lebensmitteln zu nutzen. Präsident Xi Jinping bezeichnet diese Techniken sie als eine der "Kerntechnologie", die nicht dem freien Markt überlassen werden darf und einer Führung durch die chinesische Regierung erfordere. Japan, das über ein seit Jahren über ein funktionierendes Regulierungssystem verfügt, hat in diesem Jahr gv-Tomaten auf den Markt gebracht und die Technologie auch auf die Aquakultur ausgeweitet. Japanischen Medien begannen, sich gegen das auf Angst basierende Marketing der“ Bio-Industrie“ zu wehren. Indonesien macht unter der Führung der Regierung rasch Fortschritte in der Nutzung von gv-Sojabohnen. Indien kämpft darum, das bürokratische Chaos zu überwinden und gv- Senf und zahlreiche weitere gv-Nutzpflanzen zuzulassen. Indien möchte auf den unübersehbaren Erfolgen der indischen Landwirte mit Bt-Baumwolle aufzubauen.
Und die größte Entwicklung von allen ist, dass der Widerstand gegen gv-Nutzpflanzen in Europa bröckelt. Entschlossen, die katastrophalen nach opportunen politischen Gesichtspunkten entstandenen Regulierungen in der Gentechnik nicht auch bei der Genomeditierung zu wiederholen, haben sich europäische Wissenschaftler in den letzten Jahren immer lauter für einen anderen, wissenschaftlich fundierten Ansatz ausgesprochen. Hier ist eine stochastische Auswahl von Artikeln, die in den letzten Monaten erschienen sind:
Es gibt mehrere bemerkenswerte Aspekte in den oben aufgeführten Beispielen: Der erste ist ihre Breite. Sie ist jedoch weder erschöpfend noch eine besondere Auslese. Es gab im vergangenen Jahr viele weitere ähnliche Berichte. Die Medienberichterstattung über die Gentechnik im Agrarsektor war in Europa im Jahr 2022 deutlich anders als in jedem anderen Jahr der letzten drei Jahrzehnte.
Der zweite wichtige Punkt ist die Anzahl der Berichte aus Frankreich, Italien und Österreich - allesamt historische Hochburgen des Widerstands gegen gv-Pflanzen. Alle haben eindeutig ihre Meinung geändert. Das ist die Realität. Dies sind Signale und kein Untergrundrauschen. mehr.
Wenn Sie noch Zweifel haben, sollten Sie sich diese Beiträge ansehen:
Bedeutet dies nun, dass der Widerstand gegen die Genomeditierung aufgegeben wurde und alles in Ordnung ist? Ist nun der Weg frei für den Einsatz der Gentechnik und Genomeditierung zur Lösung großer Herausforderungen in der Landwirtschaft, der Industrie und beim Klimaschutz? Leider nein.
Der Wandel in der Medienberichterstattung spiegelt das Scheitern der ständigen Behauptungen der Innovationsfeinde in den letzten vier Jahrzehnten wider, dass eine Katastrophe bevorsteht, wenn "GVO" nicht in die Dunkelheit verbannt werden. Wenn man jahrzehntelang jeden Tag mit dem Wolf heult und die Wölfe sich als Schoßhündchen entpuppen, dann merken dies die Öffentlichkeit und sogar die Medien. Doch dieser Wandel selbst trägt wenig dazu bei, dass Innovatoren das größte Hindernis überwinden können, mit dem sie konfrontiert sind. Nämlich die übermäßige Regulierung, die von übertriebenen Ängsten angetrieben wird, die nicht durchkeinerlei Daten gestützt werden und denen die Erfahrungen widersprechen.
Weltweit unterliegen gv-Pflanzen und daraus gewonnene Lebensmittel, ausnahmslos einer umfassenden Sicherheitsbewertung und wesentlich strengeren und damit langwierigeren Regulierungen als solche, die unter wesentlich gefährlicheren Bedingungen hergestellt wurden. Dies trägt nicht zur Verbesserung der Gesundheit von Mensch und Umwelt bei. Die wichtigste Folge dieser gesetzlichen Anforderungen ist, dass die Abhängigkeit von veralteten, weniger sicheren und weniger umweltverträglichen neuen Nutz- und Kulturpflanzen verlängert wird. Lösungen für viele der unzähligen Herausforderungen, mit denen die Gesellschaft im Hinblick auf den Klimawandel konfrontiert ist, verzögert, wenn nicht gar verhindert werden.
Vor fünf Jahren wäre es unmöglich gewesen, eine Sammlung von Schlagzeilen wie die oben genannten zusammenzustellen; solche waren zwar zu finden, aber sie waren äußert selten. Jetzt tauchen fast jeden Tag ähnliche Meldungen auf. Das Gewicht der Beweise, die Erfahrung und die Dringlichkeit der Notwendigkeit neuer Technologien beschleunigen einen langfristigen Trend: Selbst diejenigen, die einst zögerten, verstehen zunehmend die Bedeutung der Genomeditierung, von GVO und anderer hochmoderne Biotechnologien als unverzichtbare Instrumente. Sie können eine sichere und wohlhabende Zukunft für die Menschheit herbeizuführen.
Vielleicht gelingt es uns nicht, mit modernen Biotechnologien eine sicherere, grünere, vielfältigere und gesündere Zukunft zu sichern. Aber die Chancen stehen weitaus besser, als wenn wir es ohne sie versuchen würden. Und mit ihnen ist die Prognose für das Jahr 2023 und darüber hinaus vielversprechend.
Übersetzung: bgf-Jany